Mit dem Kajak im Tal der Loire

22. März 2017 at 11:00
Eine Kajaktour in der Auvergne, im Tal der Loire, Frankreich

Eine Kajaktour in der Auvergne

Eine Kajaktour auf der Loire

Outdooraktivitäten stehen in der Auvergne (Frankreich) ganz weit oben auf jedem Tourenprogramm. Der letzte Ausflug führt uns mit dem Kajak auf die Loire. Ein Ausflug, der unseren Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen lässt. Neben einem ruhigen Flussbett hält unsere sechs Kilometer lange Tour auf dem Wasser nämlich einige Stromschnellen bereit. 

 

Etwas mehr als zwei Stunden Fahrt liegen zwischen unserem Ausgangspunkt, dem Campingplatz in Murol und unserem ersten Ausflugsziel in Vorey. Bei unserer Abfahrt auf dem Campingplatz bekommen wir noch einmal einen klaren Blick auf die Burg. Schade, dass wir hier nicht mehr Zeit haben, die Burg hätten wir uns gerne aus der Nähe angesehen.

 

Burg in Murol, Auvergne

Die Burg von Murol

 

Die Fahrt ist mal wieder sehr abwechslungsreich. Die Wiesen und Felder wechseln sich mit kleinen Dörfern ab. Die mautfreie Route führt uns über einen kleinen Bergpass. Die Strecke ist Kurvenreich, aber gut zu fahren. Immer wieder lichten sich die Bäume und geben einen gigantischen Blick auf die weite Landschaft frei.

 

 

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto schmaler werden die Straßen. Wir kommen durch Siedlungen, wo es maximal zehn Häuser gibt. Hier steht die Landwirtschaft im Mittelpunkt und die nächste größere Stadt ist kilometerweit entfernt. 

Zum Glück ist auch hier nur sehr wenig Verkehr und uns kommen nur vereinzelt Fahrzeuge entgegen, denn mit Gegenverkehr erfordert das Fahren mit dem Reisemobil auf den schmalen Straßen etwas Geschick. Die passende Erfahrung dazu haben wir auf der Nordinsel von Neuseeland ausreichend bekommen, so dass die Fahrt für Christian überhaupt kein Problem darstellt. 

 

Schmale Straßen auf der mautfreien Route Richtung Vorey, Frankreich

Schmale Straßen auf der mautfreien Route Richtung Vorey

 

Pünktlich, kurz vor Mittag kommen wir in Vorey Sur Arzon, im Tal der Loire, an. Die Kanubase von Jérôme Feybesse ist relativ einfach gefunden, wenn man richtig Ausschau hält. Hinter der Tankstelle im Ort folgt ein Bahnübergang, direkt dahinter führt eine kleine, schmale, unscheinbare Straße zur Kanustation. Diese ist von April bis November geöffnet. 

 

Auf der Fahrt durch Vorey, Frankreich

Auf der Fahrt durch Vorey

 

An der Kreuzung ist ein weißes Kajak hochkant aufgestellt und ein unscheinbares Schild weist den Weg. Hinter dem Haus folgt man der schmalen Straße nach links. Der schmale Weg endet direkt an der Kanubase. Die Straße ist zwar schmal, aber auch mit dem Reisemobil kein Problem. Ausreichend Parkplätze finden sich auf einer großen Wiese.

 

Kajak und Kanu - Wegweiser zur Kanubase in Vorey

Wegweiser zur Kanubase

Velay Eaux Vives, Anfahrt

Anfahrt zur Kanubase

Parking Ecole de pagaie du Velay

Parken an der Ecole de pagaie du Velay

 

Wir werden herzlich von Jérôme begrüßt. Da er sehr gut Englisch spricht, verläuft die Unterhaltung ohne Probleme. In einer Art Garage sind Kanus, Kajaks, Schwimmwesten und Neoprenanzüge gestapelt.

Er gibt uns einen Überblick und wir dürfen wählen, ob wir lieber einzelne Kajaks oder ein Zweisitzer haben möchten. Er erklärt uns aber direkt im nächsten Atemzug, dass für Anfänger die Einzelkajaks besser geeignet sind, da sie leichter zu handhaben sind. Okay, er überzeugt uns mit seinem Wissen aus jahrelanger Erfahrung.

 

Ecole de pagaie du Velay, France

Ecole de pagaie du Velay

Ecole de pagaie du Velay in Vorey, France

Auswahl an Kanus und Kajaks

 

Er wählt für uns die passende Größe der Kajaks aus und erklärt uns die Strecke über die Loire. Wir haben uns für die kürzeste Tour entschieden. Diese ist sechs Kilometer lang und führt durch einige Stromschnellen (‚Rapids‘). Da wir heute erst zum zweiten Mal kayaken, zählen wir eindeutig als Anfänger. 

 

Gut zu wissen:
• Kameras oder andere wichtige Dinge am besten im Wagen verstecken.
• Wasserfeste Kameras oder GoPro sind geeignet, müssen aber gut befestigt werden.
• Jeanshosen vermeiden, möglichst Schwimmkleidung tragen. Du wirst auf jeden Fall nass.
• Ausreichend Trinkwasser einpacken.
• Bei Sonne Sonnencreme auftragen nicht vergessen, Sonnenbrille und ggf. Kopfbedeckung einpacken.

 

Dann wollen wir mal los. Am Ende des Geländes bekommen wir unsere Kajaks, ziehen die Schwimmwesten an und verstauen die wenigen Wertsachen in der wasserdichten Tonne. Unsere Kameras haben wir sicherheitshalber sicher verstaut im Wohnmobil zurückgelassen. 

In den Kajaks ist praktischer Weise eine Routenübersicht. Der Fluss ist mit seinen Start- und Zielmöglichkeiten aufgezeichnet. Ebenso sind die Stromschnellen und wichtigen Hinweise eingetragen. An dieser Zeichnung können wir uns jederzeit etwas orientierten. Jérôme gibt uns eine kurze Einweisung und jetzt kann es endlich los gehen. Nachdem wir die Tonne auf einem der Kajaks festgeschnürt haben, ziehen wir die schmalen, wackeligen Boote in das Wasser und steigen ein.

Wie uns von Jérôme geraten wurde, üben wir zunächst ein wenig auf dem ruhigeren Teil des Flusses. Gleichgewicht halten, paddeln und wenden – das sieht beim Zuschauen immer so einfach aus. Im stillen Gewässer ist das auch alles kein Problem. Ich erahne den Muskelkater von morgen bereits.

Als wir uns im Umgang mit den Kayaks etwas sicherer fühlen, verabschieden wir uns von Jérôme und fahren um die Kurve. Hier gibt es gleich erste, sanfte Stromschnellen und das Kajak gerät ordentlich ins Wanken und nimmt Tempo auf. Hui, das kann ja spannend werden, denn diese harmlose Stromschnelle ist auf der Karte nicht einmal eingezeichnet.

 

Mit dem Kajak durch leichte Stromschnellen auf dem Fluss Loire in Frankreich

Leuchte Stromschnellen auf der Loire

 

Wir paddeln durch das wunderschöne Tal der Loire. Um uns herum ist alles grün, hier und da ragen Berge empor und nur ganz vereinzelt sind Häuser am Ufer zu sehen. Wie schon am Montag bei unserem Ausflug auf dem Allier, herrscht auch hier absolute Ruhe. Wir fühlen uns im absoluten Einklang mit der Natur – herrlich. 

 

Ruhe und unbebaute Natur im Tal der Loire, Frankreich

Ruhe und unbebaute Natur im Tal der Loire

 

Die sechs Kilometer lange Kajaktour ist ein absoluter Spaß und wir würden es sofort wiederholen. Ruhige Flussabschnitte wechseln sich mit mehr oder minder starken Stromschnellen ab. Nach der ersten stärkeren Stromschnelle sind wir bereits klitschnass. 

Für Anfänger ist diese Tour sehr gut geeignet. Ich muss zugeben, das ein oder andere Mal hüpft das Kajak schon ziemlich ordentlich auf den Wellen, aber es hat alles ganz wunderbar geklappt. Diese Tour eignet sich auch als Ausflug für die ganze Familie. Kinder dürfen generell ab dem Zeitpunkt mit, ab dem sie richtig schwimmen können. Wobei ich mir ehrlich gesagt zweimal überlegen würde, ob ich diese Tour mit kleinen Kindern machen würde. Da eignet sich die Tour auf dem ruhigen Allier in Moulins schon eher. Etwas ältere und sichere Kinder werden hier jedoch kein Problem haben. 

Jérôme bietet ausserdem auch geführte Touren an. Zur Auswahl steht dabei nicht nur ein Ausflug auf der Loire, sondern auch auf dem Allier – dessen Abschnitt hier im Süden allerdings wesentlich wilder ist, als in Moulins. Für richtige Kanu- und Kajakfans werden unter anderem auch Tages- oder Mehrtagestouren angeboten. 

 

Ein toller Anblick, die Brücke über der Loire, Auvergne, France

Ein toller Anblick, die Brücke über der Loire

 

Aufgrund der guten Beschreibung ist unser Zielpunkt sehr gut zu erkennen. Nachdem wir die Felsen im Wasser und den Campingplatz auf der gegenüberliegenden Flussseite gesichtet haben, machen wir uns auf den Weg an Land. Auf der Routenskizze ist unter anderem auch die Telefonnummer von Jérôme angegeben. So rufen wir an und eine viertel Stunde später werden wir auch schon abgeholt.

 

 

Wir hätten sicher auch eine Etappe länger geschafft, aber mit Rückblick auf die zurückliegenden Tagen voller Programm und Hinblick auf den morgigen Tag sind für uns die sechs Kilometer absolut perfekt.

Wir werden zurück zur Kanubase gefahren, legen unsere Ausrüstung zurück und ziehen uns zunächst einmal trockene Kleidung an. Anschließend sitzen wir noch einige Minuten mit unserem Gastgeber zusammen, der uns einiges über seine Arbeit hier berichtet.

 

Eine Halbtagestour über sechs Kilometer kostet 18 Euro pro Person. Eine Tagestour, über elf Kilometer kostet 22 Euro pro Person. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Jérôme Feybesse Velay Eaux Vives (französisch). Stand 12/2016 Adresse: Rue de la Loire, 43800 Vorey.

 

Chamalières-sur-Loire, Auvergne-Rhône-Alpes

Chamalières-sur-Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes

 

Anschließend sind wir ziemlich platt und machen uns auf den Weg in das, etwa eine halbe Stunde entfernt liegende Chamalières-sur-Loire. Die Strecke ist wunderbar zu fahren und die Landschaft wirklich atemberaubend. Wir sind begeistert von dem Tal der Loire. Denn hier liegt unsere heutige Übernachtungsmöglichkeit, das wundervolle Cosy Camp.  

 

Mit dem Camping Car im CosyCamp, Chamalières-sur-Loire

Wohnmobilstellplatz im CosyCamp

 

Icon Camping: Copyright takly on tour


Campingplatz: CosyCamp
Les Ribes
43800 Chamalières-sur-Loire

 

 

Die gesamte Route und alle Hintergrundinformationen zu dieser Reise findest du auf der Hauptseite**.

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