Fotografie Tipps: Nachtfotografie

16. Mai 2016 at 12:29

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Einfache Tipps und Tricks für die Nachtfotografie - takly on tour

Einfache Tipps und Tricks für die Nachtfotografie

Nachtfotografie

Fotografie – Tipps V

Nachtaufnahmen gehören wohl zu den größten Herausforderungen für Fotografie-Anfänger. Nicht-verschwommene, scharfe Fotos aus der Hand hinzubekommen, gestaltet sich in der Praxis als äußerst schwierig. Mit ein paar einfachen Tricks bekommst du auch als Anfänger scharfe Fotos bei Dunkelheit hin. Das Stativ ist für gute Nachtaufnahmen ein wichtiger Begleiter, aber geht das auch ohne? Wir schauen uns die Nachtfotografie mal etwas genauer an.

 

Ich muss zugeben, dass auch ich mich sehr schwer mit der Nachtfotografie tue. Bei uns ist eindeutig Christian der Profi für Nachtaufnahmen. Neben einer ruhigen Hand, hat er vor allem die Geduld und die Ausdauer. Stundenlang kann er mit seinem Stativ (SIRUI R-2204 Dreibeinstativ*) an einer Stelle stehen und auf DAS perfekte Foto warten. Ich bin in der Zeit schon dreimal wieder zurück im Camper und beschäftige mich mit etwas anderem. Aber es gibt ein paar einfache Tricks, womit auch Fotografie-Anfänger scharfe Nachtaufnahmen hinbekommen und zum Glück nicht immer eine so lange Ausdauer benötigen.

 

 

Drei generelle Regeln

Es gibt drei generelle Regeln, die es für Nachtaufnahmen zu beachten gibt. Diese solltest du bei allen folgenden Punkten beherzigen:

– Bei dem Einsatz eines Stativs solltest du den Bildstabilisator ausschalten, sofern dein Objekt diesen besitzt.

– Außerdem ist bei der Nachtfotografie generell wichtig einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser einzusetzen, damit keine Vibration in der Kamera entsteht.

– Zum dritten solltest du bei Wind den Kameragurt gut festhalten oder abmachen, damit keine zusätzliche Vibration entsteht.

 

San Francisco von oben

San Francisco bei Nacht

 

Objektiv – was gibt es zu beachten

Für Aufnahmen bei Dunkelheit gilt generell immer: Verwende unbedingt dein lichtstärkstes Objektiv. Je kleiner der f-Wert deines Objektivs, desto besser. Wer mehr Informationen dazu haben möchte, findet diese auf Wikipedia.

Für Fotografie-Anfänger einfach ausgedrückt: Je lichtstärker ein Objektiv, desto mehr Licht wird durchgelassen und desto schneller ist das Foto fertig – also ist die Chance kleiner, dass das Bild verwackelt.

 

Seattle bei Nacht, Copyright taklyontour.de

Blick auf Seattle bei Nacht Foto: ©Christian S.

 

Zubehör

Für die Nachtfotografie empfehle ich grundsätzlich ein Stativ. Sicher gibt es mal Situationen, wo man dieses gerade nicht zur Hand hat oder nicht mitschleppen möchte. Auch ohne Stativ kann man bei Dunkelheit fotografieren, dazu einige Tipps im Folgenden. Aber wenn du richtig gute, scharfe Fotos von einem Motiv bei Dunkelheit machen möchtest, ist ein stabiles Stativ unabdingbar. Ansonsten ist die Chance, dass die Szene verwackelt oder man vor lauter Bildrauschen kaum noch etwas erkennt sehr groß.

Ein weiteres Zubehör für die Nachtfotografie ist der Blitz. Vor allem wenn es um das Thema Portraits im Dunkeln geht oder du bestimmte, nahstehende Objekte bei Dunkelheit fotografieren möchtest. Aber auch dazu später mehr.

Durch das Drücken des Auslösers, entsteht in der Kamera eine Vibration. Deshalb ist ein weiteres nützliches Zubehör für Nachtaufnahmen ein Fernauslöser. Auf diesen kannst du verzichten, wenn du den Selbstauslöser einsetzt.

 

Das Stativ ist ein hilfreiches Zubehör für die Nachtfotografie

Das Stativ ist ein hilfreiches Zubehör für die Nachtfotografie

 

Nachtfotografie ohne Stativ

Wie oben bereits erwähnt, kann es immer mal passieren, dass man sein Stativ gerade nicht zur Hand hat. Ich gebe zu, mir ist es häufig zu lästig, das Stativ immer mitzuschleppen. So macht die Not erfinderisch. Hier sind einige hilfreiche Tipps, die du beim Fotografieren in der Dunkelheit berücksichtigen solltest, wenn du kein Stativ zur Hand hast:

– Suche dir feste, ebene Untergründe, wie zum Beispiel eine Bank, Mauer, Postkasten, Stromkasten oder auch der Fußboden. Vermeide möglichst Brückengeländer, vor allem von kleinen Brücken. Denn Brücken vibrieren häufig und hier ist es sehr schwierig ein scharfes Foto hinzubekommen. Auf großen Brücken ist das in der Regel nicht so ein großes Problem, sofern es nicht sehr windig ist oder Straßenbahnen oder Züge auf der Brücke verkehren.

– Stelle dein Objektiv auf eine möglichst große Blende ein, das entspricht einer kleinen Blendenzahl, z.B. f2,8

– Mach unbedingt mehrere Aufnahmen von einer Stelle, so kannst du im Nachhinein am Laptop das schärfste Foto aussuchen

 

Nachtaufnahmen ohne Stativ

Nachtaufnahmen ohne Stativ

 

Nachtfotografie mit Stativ

Die besten Nachtaufnahmen bekommst du definitiv mit Stativ hin. Hier ist die Chance, dass das Bild verwackelt am geringsten und auch das Bildrauchen wird durch einen geringe ISO-Wert reduziert. Dabei solltest du folgende Dinge beachten:

– Stell das Stativ auf einen festen Untergrund
– Bei Brücken mit Strassenbahnen warte, bis die Bahn vorbei gefahren ist
– Die Blende bzw. die Verschlusszeit kannst du wie gewünscht einstellen
– Stelle einen möglichst gerignen ISO-Wert ein

 

Hong Kong erstrahlt abends in seinem vollen Glanz

Die Skyline von Hong Kong bei Nacht Foto: ©Christian S.

 

Portraits bei Dunkelheit

Wenn du bestimmte Objekte oder Personen in der Dunkelheit fotografieren möchtest, solltest du dich etwas mit deinem Blitz auskennen. Verwende gegebenenfalls einen Aufsteckblitz und lass ihn gegebenenfalls nach oben blitzen, das reicht in der Regel vollkommen aus. Die Reichweite eines Blitzes beträgt nur wenige Meter. Also versuche bitte nicht von einer Aussichtsplattform die Stadt mit eingeschaltetem Blitz zu fotografieren – das wird nichts.

 

Blitzeinsatz

Der Einsatz vom Blitz bei Portraits Foto: ©Christian S.

 

Langzeitbelichtung

Für Fotos mit Langzeitbelichtung ist ein Stativ oder fester Untergrund unabdingbar. Die Kamera muss komplett ruhig stehen, damit diese Art von Aufnahme gelingt. Denk auch hier wieder daran, falls vorhanden, den Bildstabilisator auszuschalten.

Die Verschlusszeit muss dafür je nach Belieben eingestellt werden. Zwischen zwei und dreißig Sekunden. Je länger die Verschlusszeit, desto länger sind die Lichtstreifen.

Da die Kamera fest auf dem Stativ steht und die Belichtungszeit sehr lang ist, solltest du einen ISO-Wert von maximal 400 einstellen.

Besonders Straßen mit viel Verkehr, der Sternenhimmel oder eine belebte Stadt lassen sich so wunderbar festhalten.

 

Langzeitbelichtung bei Dunkelheit - Copyright taklyontour.de

Langzeitbelichtung bei Dunkelheit Foto: ©Christian S.

 

Fotos vom Sternenhimmel

– Hier ist ein Stativ ein absolutes Muss
– Verwende die weiteste Brennweite des Objektivs (max. 24mm)
– Stelle die grösste, maximale Blende ein, das entspricht der kleinsten Blendenzahl (z.B. f2.8)
– maximal ISO 3200 oder 6400 einstellen, das hängt vom verwendeten Objektiv ab
– Je nach Geschmack nicht nur den Himmel fotografieren, sondern ggf. auch einen Baum oder ähnliches im Vordergrund
– Wichtig ist auch die 500er Regel – dazu hat Marciel einen interessanten Blogartikel verfasst.

 

Fotos vom Sternenhimmel Copyright taklyontour.de

Den Sternenhimmel fotografieren Foto: ©Christian S.

 

Wie stehst du zur Nachtfotografie? Fällt dir das Fotografieren bei Dunkelheit leicht?

 

Fotografie Tipps IV: Das beste LichtFotografie Tipps VI: Bilder interessanter gestalten